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ORTung 2019: Winter und Wandel

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ORTung: Winter und Wandel

Der Winter ist die Zeit der Reflexion und der Entwicklung. Der kommende Wandel wird viel besprochen aber es fehlt an greifbaren Lösungen. Sieben Artists in Residence machen in Hintersee das Beste daraus: Kunst.

Die ORTung ist eine Initiative des Landes Salzburg für Gegenwartskunst mit dem erklärten Ziel, das Kulturschaffen im ländlichen Raum zu fördern. Die Schmiede Hallein hat die Ausschreibung gewonnen und richtet das Symposium von 2018 bis 2020 in Hintersee aus.

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Als Initiator der Schmiede arbeitet Rüdiger Wassibauer normalerweise in Hallein. Warum er ausgerechnet Hintersee für die ORTung ausgewählt hat und was ihn an der kleinen Gemeinde reizt, erzählt er im Interview.

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Insgesamt sieben Künstler*innen waren als Residents zu Gast bei der ORTung 2019. Auf den folgenden Seiten finden Sie Näheres zu den Teilnehmer*innen und ihrer Arbeit. Klicken Sie einfach auf eines der Fotos, um zum Kapitel zu gelangen. Oder scrollen Sie weiter, um alle Künstler*innen kennenzulernen.

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Tinka Legvart & Katharina Schaar

Tinka Legvart ist Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin, Designerin und Künstlerin und hat Erfahrung mit Theater- und Tanzperformance, Produktion, Theatermanagement und Theorie. Katharina Schaar hat ebenfalls Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert und arbeitet jetzt im Bereich Dokumentarfilm.

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Die beiden Berliner Künstler*innen sind zum ersten Mal zu Gast bei der ORTung. Im Interview erzählen sie, was sie an der Pause von der Großstadt schätzen und wie sie für sich das Thema "Winter und Wandel" interpretiert haben.

Foto: Video-Still PULVER

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Die ORTung 2019 fiel zusammen mit einem außergewöhnlich schneereichen Winter, der die Gemeinde Hintersee ganz besonders betraf. Das ganze Dorf befand sich in einer Art Ausnahmezustand, der natürlich auch die Künstler*innen bei ihrer Arbeit beeinflusste.

Foto: Video-Still PULVER

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Marius Schebella

Marius Schebella arbeitet als Künstler und Wissenschaftler an der Fachhochschule Salzburg. Seine Arbeit umfasst die Bereiche Komposition, Sound- und Videoinstallationen sowie interdisziplinäre Zusammenarbeiten. Mit großem Interesse widmet er sich Themen wie der Mensch-Maschine-Interaktion und dem Einfluss moderner Technologien auf die Gesellschaft.

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Marius Schebella erlebt die ORTung als bewusste Auszeit vom Alltag, in der er sich ganz seiner künstlerischen Arbeit widmen kann. Im Interview erzählt er, was ihn an dem Konzept einer Residency in einem kleinen Ort wie Hintersee reizt.

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Auch Marius Schebella ließ sich bei der ORTung vom Thema Winter & Wandel inspirieren. Im Interview erzählt er, welche Rolle das Thema Maschinenlernen dabei spielt und wie er im Scheechaos kurzerhand zum Hilfsorganisten von Hintersee wurde.

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Künstlerische Arbeit von Marius Schebella, entstanden im Rahmen der ORTung 2019 in Hintersee.

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Bettina Landl

Bettina Landl wurde 1985 in Graz geboren und hat Kunstgeschichte und Philosophie studiert. Sie interessiert sich für Räume und Kunst als sozialen Prozess und widmet sich verstärkt den Themen Poesie und Form. Für ihre Lyrik wurde sie bereits mit dem Wiener Werkstattpreis und dem zwischen/miete Poetry Preis ausgezeichnet.

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Während ihres Aufenthaltes ist ein Text entstanden, der den Titel Fallen trägt und sich mit Begriffen wie Wasser, Schnee oder dem Konzept des Sublimen befasst. Im Interview beschreibt sie ihren Arbeitsprozess in Hintersee.

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Entstanden im Rahmen der ORTung 2019. Den gesamten Text finden Sie auf der Webseite der Künstlerin.

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Gertrud Fischbacher

In ihrer künstlerischen Praxis ist die Natur als Bild das Ergebnis einer interpretativen Recherche. Es geht Gertrud Fischbacher um die Idealvorstellung und Konstruktion von (reiner) Landschaft, einer Annäherung über das Strukturhafte, Immanente, nicht um die dokumentarische Sicht und Verortung.

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Gertud Fischbacher lebt und arbeitet im Land Salzburg. Die ORTung in Hintersee war für sie trotzdem eine Zeit des Abstands und des Freiraums. Wir haben sie gefragt, was sie an dem Konzept der Residency reizt und was die ORTung für sie bedeutet.

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In ihrer Kunst arbeitet Gertrud Fischbacher viel mit Fotografie. Und das, obwohl sie sich selbst nicht als Fotografin bezeichnet. Bei der ORTung hat sie sich Fragen nach der idealtypischen Natur gestellt. Und sie ist der Farbe des Schnees auf die Spur gegangen.

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Künstlerische Arbeit von Gertrud Fischbacher, entstanden im Rahmen der ORTung 2019 in Hintersee.

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Michael Hieslmair

Michael Hieslmair arbeitet als  Künstler gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Zinganel an Fragen, die durch transnationale Mobilität, Migration, Massentourismus und Logistik aufgeworfen werden. Der Leitgedanke: Jeder Raum ist durchdrungen von multiplen Teil-Öffentlichkeiten. Darin eingeschrieben liegen relationale Beziehungen und Machtverhältnisse, die sich über eine Auseinandersetzung mit involvierten Akteuren sowie mittels Blick in die Geschichte lesen lassen.

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Im Interview hat er uns erzählt, wie er das Konzept der ORTung versteht und warum Kunst für ihn im besten Fall ein Prozess der Übersetzung ist.

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Ausgehend von einem alten Luftbild im Gasthof Hintersee machte sich Michael Hieslmair auf eine spannende Spurensuche, die ihn in tief die Zeitgeschichte des Ortes führte. Im Gespräch erzählt er von seinen Begegnungen.

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Bei seiner Suche nach der alten Disco stieß Michael Hieslmair auf die Hinterseerin Rosi Kloiber, die seit vielen Jahren mit ihrer Kamera die Geschichte des Ortes dokumentiert. Inspiriert von der Arbeit dieser "Dorfchronistin" beschlossen Michael Hieslmair und Gertrud Fischbacher, eine gemeinsame künstlerische Arbeit zu gestalten.

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Birgit Schlieps

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Birgit Schlieps ist Architektin und arbeitet mit dem Medium der Fotografie. In Hintersee hat sie sich mit dem Schnee als Material und den Themen Perspektive, Fläche und Raum befasst.

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BIRGIT SCHLIEPS, Whiteout-Schneediagramm-Ballett, Video HD 1920 x 1080, Farbe, 2:35 min

Vollbild

Nahezu eine Woche waren wir aufgrund des extremen Schneefalls mehr oder weniger eingeschlossen im Dorf Hintersee bei Salzburg. Es war zu gefährlich zum Spazierengehen im Wald, da schwer mit Schnee beladene Bäume drohten umzufallen oder deren Äste abzubrechen. Keine Skiloipen wurden gespurt, da alle verfügbaren Kräfte damit beschäftigt waren, den Schnee von den Dächern und den Straßen zu schaufeln. Die Straßen wurden durch die Schneemaßen zu Schluchten und eine enorme Maschinenkraft war im Einsatz um den Schnee beiseite zu schaffen, als hätte er eine gesteinsähnliche nicht schmelzende Materialität. Und der nächstgelegene Skilift stand sowieso still, weil der chinesische Investor nichts für dessen Wiederinbetriebnahme in die Wege geleitet hatte. Aber das ist eine andere Geschichte und hat nichts mit den ungewöhnlichen Schneefällen zu tun. Oder es sind zwei Geschichten, die ineinander greifen, die der globalen Ökonomie und die, der mehr und mehr von Menschen beeinflussten Naturgewalten.

Tagtäglich gab es Berichte von Unvorsichtigen, die sich trotz vehementer Warnungen zu Skiwanderungen und Abfahrten abseits der Pisten verleiten ließen. Als ob die Gefahr des eigenen Verschwindens in einem Whiteout eine geradezu unwiderstehliche Anziehungskraft besäße. Ein Whiteout ist ein optisches Phänomen hervorgerufen durch eine meteorologisch bedingte Zusammensetzung der Atmosphäre bei dem die Reichweite des Sehfelds und die Kontrastwahrnehmung extrem eingeschränkt sind, die zu totaler Orientierungslosigkeit führen kann. Verantwortlich dafür ist ein blockiertes, reduziertes und gestreutes Sonnenlicht, dass entsteht durch ein Zusammentreffen von Sonnenlicht mit Schneekristallen fallenden Schnees, Wassertröpfchen tief liegender Wolken oder lokalen Nebels oder mit extrem windverwirbeltem Wasser und Schnee.

Mich interessiert diese Negation als Gegenstand einer möglichen Darstellung. Der russische Konstruktivist Kasimir Malewitsch hatte nach dem 1915 entstandenen schwarzen Quadrat auf weißem Grund 1918/19 ein weiteres gemalt: ein Weißes auf weißem Grund. Er unterwirft damit die Form des Quadrats selbst dem Postulat der Gegenstandslosigkeit. Um diese Negation darstellen zu können muss er zwischen der eigentlich gewünschten Nicht-Differenzierung und der notwendigen Differenzierung im Gebrauch unterschiedlicher Weiß-Töne hin- und her oszillieren. In meinem Schneediagramm versuche ich in eine weiße Fläche vermittelt über den Bildausschnitt einer Kamera auszukreuzen. Ich benötige dafür eine Vorzeichnung, um das »Kreuzen« in die Bildmitte setzen zu können. Die Vorzeichnung wirkt im Bild planparallel zur Bildebene, während beim Nachzeichnen mit Langlaufschiern deutlich wird, dass die weiße Fläche eine perspektivische Ausdehnung hat. Darüberhinaus ist die ganze Zeichnung in der körperlichen Bewegung als eine Schlaufe angelegt, die sich teilweise jeweils seitlich im Off-Screen, dann oben an der Bildkante oder »hinten im Feld« als horizontale Verbindungslinie ereignet. Und dann am Ende und am Anfang nur hörbar und nicht sichtbar ist als ein sich Entfernen und sich wieder Annähern an die Kamera. Die gewählte Qualität der Aufnahme erzeugt zusätzlich ein Flimmern, der den einzelnen weiß-farbigen Pixeln die bildliche Konsistenz von Schneekristallen verleiht. Die Bildebene selbst oszilliert ebenso zwischen der Funktionsweise eines weißen Blatts Papier und der Darstellung eines schneebedeckten Felds.

Die zu einem Parallelogramm verzogene Deckenprojektion in der Hinterseeer Dorfkirche unterstützte den Eindruck eines beweglichen Blatt Papiers. Die Eisenkette des zentralen Kirchenleuchters warf einen weiteren, das Bild peripher kreuzenden Schatten und ein hölzerner Arm in einem hellblauen Gewand, befestigt an einer Seitenkanzel, winkte mit einem Kruzifix.

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Künstlerische Arbeit von Birgit Schlieps, entstanden im Rahmen der ORTung 2019 in Hintersee.

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Rund um die ORTung

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Ein erklärtes Ziel der ORTung ist der aktive Austausch zwischen den teilnehmenden Künstler*innen und den Bewohner*innen von Hintersee. Deshalb fanden im Rahmen des Programms zahlreiche öffentlich zugängliche Veranstaltungen statt. Kerstin Klimmer-Kettner erzählt im Interview, warum ihr dieser Austausch wichtig ist.

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Auch der Tourismus ist vom Wandel betroffen, ganz besonders im Winter. Bei einem Symposium im Rahmen der ORTung war der Österreich Werbung-Stratege und Speaker Reinhard Lanner zu Gast. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen diskutierte er die Frage, was der Tourismus von der Kunst in Sachen Wandel lernen kann.

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Das Team hinter der Schmiede Hallein sind Kerstin Klimmer-Kettner und Rüdiger Wassibauer. Gemeinsam arbeiten sie daran, zeitgenössische Formate in den regionalen Raum einzuweben. Inhalte werden im offenen Arbeitsprozess geteilt um damit weniger Podium, aber umso mehr Verständnis, Begegnung wie Dialog und Zugang zu ermöglichen.

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